Antje Boetius wirbt für Nationale Forschungsdateninfrastruktur der Erdsystemforschung

Auf der vergangenen 3. Sitzung der SKE hielt Frau Boetius einen Vortrag über die Notwendigkeit der Etablierung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur der Erdsystemforschung. Das Vorhaben basiert auf Empfehlungen des Rats für Informationsinfrastrukturen (RFII), die in einem Papier „Leistung aus Vielfalt. Empfehlungen zu Strukturen, Prozessen und Finanzierung des Forschungsdatenmanagements in Deutschland“ festgehalten sind. Sie mündeten in einer geplanten Ausschreibung der GWK zur Etablierung von disziplinären Forschungsdateninfrastrukturen. Die Ausschreibung und Begutachtung soll wissen-schaftsgeleitet durch die DFG erfolgen.

Nach einer Übersicht über die vielen verschiedenen, bereits existierenden FDI (nur am Beispiel Helmholtz) und des Papiers der Allianz der Wissenschaftsorgane (August 2018) zum Vorschlag des RFII, stellte Frau Boetius die Rahmenbedingungen und Ziele vor, dass alle Akteure miteinander vernetzt und gesteuert werden müssten. Die Struktur müsse durch einen Bottom-Up-Prozess entstehen und sich die deutsche Erdsystemforschung zu einem gemeinsamen Konsortium für Erdsystemforschung unter dem Namen „NFDI4Earth“ verknüpfen.

Ferner ging sie auf durch die Ziele der Förderung geforderten Bausteine des Konsortiums NDFI4Earth ein. Dabei soll das u.a. FAIR-Prinzip berücksichtig werden. Sie zeigte bereits existierende Infrastrukturen, z.B. PANGAEA, FIDGEO, WDC CLIMATE. Ferner erläutert sie den Weg der Daten von der Beobachtung bis zur Archivierung durch verschiedene Bausteine virtueller Nutzerumgebungen. Zusätzlich beschrieb sie, dass eine horizontal verknüpfte Struktur aufgebaut werden soll, die eine nachhaltige Bereitstellung von Daten ermöglicht.

Nachdem sie eine Übersicht über bisherige Interessensbekundungen seitens universitärer und außeruniversitärer Einrichtungen gegeben hatte, erläuterte sie die nächsten Schritte. So wird es am 19.12.2018 in Hamburg einen Workshop mit den Zielen einer besseren Kommunikation, der Klärung zu Governance und Antragsschwerpunkten sowie der Abstimmung des gemeinsamen Weges geben. Des Weiteren macht Frau Boetius auf die neue Webseite nfdi4earth.de aufmerksam, auf der zukünftig detaillierte Informationen zu diesem Vorhaben zu finden sind.

Jochen Erbacher stellt das Forschungsprogramm IODP vor

Im Rahmen der 3. Sitzung der SKE stellte Herr Dr. Jochen Erbacher das Forschungsprogramm IODP vor. Dabei ging er auf die 50-jährige Historie und die aufeinanderfolgenden Programme Deep Sea Drilling Project, DDP, Integrated Ocean Drilling Project und das aktuelle International Ocean Discovery Project ein. Er gab eine Übersicht über die Mitgliedsländer und einige gewonnene wissenschaftliche Erkenntnisse und hob dabei hervor, dass seit 2003 1250 Publikationen, u.a. in hochrangigen Journals wie Nature oder Science, entstanden seien. Darauffolgend stellte er den aktuellen Science Plan samt den Themenbereichen „Climate and Ocean Change“, „Earth in Motion“, „Biosphere Frontiers“ und „Impact“ vor und hob dabei jeweils dazugehörige Expeditionen und Fakten hervor. Zusätzlich beschrieb Herr Erbacher, wie die Zukunft gestaltet werden soll. Dabei informierte er über das DFG-Rundgespräch „Internationales Tiefseebohren- post 2023“, das vom 23.-24.01.2019 im Bildungszentrum Barendorf bei Lüneburg stattfindet und auf dem die deutschen Schwerpunkte für die Zukunft des wissenschaftlichen Tiefseebohrens festgelegt werden sollen. Darüber hinaus soll es den Workshop PROCEED am 06./07.04.2019 in Wien geben, um neue Ziele für das IODP nach 2023 zu definieren.

Die Folien des interessanten Vortrags können hier heruntergeladen werden.