Die SKE empfiehlt den geowissenschaftlichen Forschern, sich in einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur NFDI4Earth zusammenzuschließen

In seinem Positionspapier „Leistung aus Vielfalt. Empfehlungen zu Strukturen, Prozessen und Finanzierung des Forschungsdatenmanagements in Deutschland“ (Göttingen, 2016) empfiehlt der Rat für Informationsinfrastrukturen empfiehlt den Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) mit höchster Priorität. Am 26. November 2018 haben die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in einer Bund-Länder-Vereinbarung den Aufbau einer solchen NFDI beschlossen.

Im Anschluss an einen Vortrag von Frau Antje Boetius hat die SKE diesbezüglich auf ihrer 3. Sitzung die folgende Empfehlung für die Nationale Forschungsdateninfrastruktur NFDI4Earth ausgesprochen. Auf deren Webseite finden Sie neben weiteren Informationen zu dem Thema auch die Möglichkeit, sich zu beteiligen.

Empfehlung der DFG-Senatskommission Erdsystemforschung zur Beteiligung an einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur für Erdsystemforschung (NFDI4Earth)

Die fortschreitende Verfügbarkeit von Sensoren, Daten und Modellen in immer höherer räumlicher, zeitlicher und thematischer Auflösung führt zu immer größeren Datenmengen, welche das Erdsystem sowie seine zeitlichen und örtlichen Änderungen beschreiben. Der einfache, offene, effiziente, grenzenlose und zeitnahe Zugriff auf diese Daten und zugehörige Datendienste für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit ist elementare Basis für Spitzenforschung und interdisziplinäre Vernetzung. Dies soll durch den Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) gewährleistet werden. In der Erdsystemforschung gibt es bereits eine
herausragende Expertise im Bereich des Forschungsdatenmanagements.

Die Senatskommission für Erdsystemforschung (SKE) der DFG befürwortet ausdrücklich und geschlossen die derzeitigen Aktivitäten mit dem Ziel des Zusammenschlusses in einer NFDI für den Bereich der Erdsystemforschung.

Die SKE unterstützt insbesondere die Beteiligung der Erdsystemforschung als Ganzes, indem die gesamte Breite der entsprechenden Fachgemeinschaften einbezogen wird.

Ein ausgewogenes NFDI4Earth‐Konsortium wird es ermöglichen, alle Interessen der Einrichtungen in der Erdsystemforschung zu bündeln. Vorhandene Erfahrungen und national und international etablierte Strukturen können hierbei Kernpunkte bilden.

Die SKE begrüßt die Beteiligung der universitären Forschung, um die Belange und Bedürfnisse der dort arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit zu integrieren.

Die entsprechenden Materialien können unter den folgenden Links heruntergeladen werden:

Antje Boetius wirbt für Nationale Forschungsdateninfrastruktur der Erdsystemforschung

Auf der vergangenen 3. Sitzung der SKE hielt Frau Boetius einen Vortrag über die Notwendigkeit der Etablierung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur der Erdsystemforschung. Das Vorhaben basiert auf Empfehlungen des Rats für Informationsinfrastrukturen (RFII), die in einem Papier „Leistung aus Vielfalt. Empfehlungen zu Strukturen, Prozessen und Finanzierung des Forschungsdatenmanagements in Deutschland“ festgehalten sind. Sie mündeten in einer geplanten Ausschreibung der GWK zur Etablierung von disziplinären Forschungsdateninfrastrukturen. Die Ausschreibung und Begutachtung soll wissen-schaftsgeleitet durch die DFG erfolgen.

Nach einer Übersicht über die vielen verschiedenen, bereits existierenden FDI (nur am Beispiel Helmholtz) und des Papiers der Allianz der Wissenschaftsorgane (August 2018) zum Vorschlag des RFII, stellte Frau Boetius die Rahmenbedingungen und Ziele vor, dass alle Akteure miteinander vernetzt und gesteuert werden müssten. Die Struktur müsse durch einen Bottom-Up-Prozess entstehen und sich die deutsche Erdsystemforschung zu einem gemeinsamen Konsortium für Erdsystemforschung unter dem Namen „NFDI4Earth“ verknüpfen.

Ferner ging sie auf durch die Ziele der Förderung geforderten Bausteine des Konsortiums NDFI4Earth ein. Dabei soll das u.a. FAIR-Prinzip berücksichtig werden. Sie zeigte bereits existierende Infrastrukturen, z.B. PANGAEA, FIDGEO, WDC CLIMATE. Ferner erläutert sie den Weg der Daten von der Beobachtung bis zur Archivierung durch verschiedene Bausteine virtueller Nutzerumgebungen. Zusätzlich beschrieb sie, dass eine horizontal verknüpfte Struktur aufgebaut werden soll, die eine nachhaltige Bereitstellung von Daten ermöglicht.

Nachdem sie eine Übersicht über bisherige Interessensbekundungen seitens universitärer und außeruniversitärer Einrichtungen gegeben hatte, erläuterte sie die nächsten Schritte. So wird es am 19.12.2018 in Hamburg einen Workshop mit den Zielen einer besseren Kommunikation, der Klärung zu Governance und Antragsschwerpunkten sowie der Abstimmung des gemeinsamen Weges geben. Des Weiteren macht Frau Boetius auf die neue Webseite nfdi4earth.de aufmerksam, auf der zukünftig detaillierte Informationen zu diesem Vorhaben zu finden sind.